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Poco  Tivio ( 1947 – 1976  )

Die Anpaarung von Poco Tivio  Töchtern mit Doc Bar gilt bis heute als „Magic Cross. Ihre Nachkommen bestimmen in großem Maße die  Reining – und Cuttingszene.

 von Judith  Junker

 

 

 

 

 

Es gibt wohl keinen Zweifel  daran, dass Poco Tivio einer der besten Söhne von Poco Bueno war. Sowohl in Halter- als auch in Cuttingshows war er sehr  erfolgreich und gilt als herausragender Vererber.

Zu seinen  besten  Söhnen zählen Jonny Tivio (Working Cowhorse Hall of Fame, NRCHA Champion),  Tanto Tivio (NCHA Bronce Award) und Tivio Don (NCHA Bronce Award). Neben  dem Erfolg seiner Söhne wurde Poco Tivio aber vor allem bekannt durch  seine Töchter. Ihre Anpaarung mit Doc Bar gilt als „Magic Cross der  Quarter Horse Zucht und viele Züchter sind der Meinung, dass Doc Bar  seinen Erfolg gerade dieser Anpaarung zu verdanken hat.

1970 brachte Susies  Bay in der Anpaarung mit Doc Bar Docs Marmoset zur Welt. Diese Stute  wurde später von Tom Lyons und Robert Condie gekauft und gewann unter  Lyons die 1973er National Cutting Horse Futurity. Ein Jahr später gewann  sie das NCHA Derby und war damit die erste Futuritygewinnerin die auch das  Derby für sich entscheiden konnte. 1974 erritten sich Marmoset und Lyons  noch den Gewinn der Junior Cutting im Rahmen der AQHA World Show und  wiederum einige Jahre später konnten sie sogar die NCHA World  Championships gewinnen. Diese unglaubliche Leistung alle 4 Titel zu  gewinnen, hat bis heute kein anderes Pferd mehr erreichen könnten.

1971 brachte Susies Bay dann  wiederum in der Anpaarung mit Doc Bar den bekannten Hengst Docs Solano.  Dieser konnte 1973 den Titel des AQHA Champions mit Punkten in Halter,  Reining, Cutting und Western Pleasure gewinnen.

Das nächste Fohlen von  Susies Bay mit Doc Bar war der Hengst Docs Oak, welcher 1976 bei der NCHA  Futurity den vierten Platz belegen konnte und 1977 Fünfter bei der World  Show im Junior Cutting wurde. 1978 wurde er Dritter bei den NCHA Finals  und ist mittlerweile aufgenommen in die NCHA Hall of Fame. Seine Nachzucht  konnte bis jetzt über $8.000.000,- bei der NCHA  gewinnen.

 Aus Teresa  Tivio von Doc Bar stammen unter anderem Nu Bar, Reserve Worldchampion  im Cutting und unter den  Top Ten bei der World Show, Cal Bar,  Working Cowhorse Hall of Fame und NRCHA Champion Stallion, er erreichte  den NCHA Bronze Award, Boon Bar, NCHA Certificate of Ability,  und  nicht zu vergessen Docs Remedy, welcher den NCHA Silver Award erreichte.

Söhne von Jammeen  Tivio und Doc Bar sind Docs Tom Thumb und Docs Hotrodder, beides AQHA  Champions, Docs Lynx, NCHA Derby Champion und Hall of Fame Sire (  Gewinnsumme seiner Nachzucht bei der NCHA über $5.000.000,- ) sowie Docs  Prescription, ein NCHA money earner.

Fast alle diese Hengste  findet man in den Leading Sire Listen auf den vorderen Plätzen wieder und  die meisten ihrer Nachkommen wiederum sind World Champions, Superior  Performance Horses und sowohl NRHA als auch NCHA money  earner.

Poco Tivio glich in hohem  Maße seinem Vater Poco Bueno, einem direkten King P-234 Sohn. Er war  ebenso kräftig gebaut und hatte die selbe Farbe. Er wog 1100 Pfund und war  mit 14.2 hands nicht allzu gross. In ihm vereinten sich sämtliche  Eigenschaften die einen guten Zuchthengst ausmachen: seine Vorhand war  kräftig, seine  Brust breit und tief. Seine Schultern waren gut  angesetzt und gut bemuskelt und er besaß viel Gurtentiefe. Geboren wurde  Poco Tivio 1947 auf der 3D Stock Farm in Texas, der Heimat von Poco Bueno.  Seine Mutter, Sheilwin, eine Tochter von Pretty Boy aus einer Stute von  Blackburn, wurd 1943 geboren. Als sie zwei Jahre später angeritten wurde  zeigte sich sehr schnell, dass sie unter dem Sattel sehr willig und  athletisch war und man beschloss, sie in die Zuchtstutenherde der Waggoner  Ranch zu integrieren. Dies war ein Glücksfall denn sie wurde zu einer der  besten Zuchtstuten der Ranch. Alle ihre Fohlen waren von Poco Bueno. Ihr  erstes Fohlen war Poco Tivio, dann kam Pretty Pokey, ein ausgezeichnetes  Reining-, Cutting- und  Working Cow - Horse. Das dritte Fohlen aus  dieser Anpaarung war Poco Lena, eine der bekanntesten Stuten der  Cuttinghorse Zucht, die Mutter von Doc OLena( Sieger der Cutting Futurity  1970; er gewann alle 4 Go Rounds ) und Dry Doc ( Gewinner der Cutting  Futurity 1971 ), welche selber zu Eckpfeilern der Zucht wurden. Poco Champ  ( AQHA Champion ; Vater von AQHA Champions) und Poco Sandra waren  weitere Fohlen von Sheilwin.

Poco Tivios Vater, Poco  Bueno wurde von Jess Hawkins, Texas gezüchtet. Sein Vater war der  legendäre King P-234 seine Mutter war Miss Taylor, eine Tochter von Poco  Bueno old aus einer Hickory Bill Stute. Poco Bueno gewann unzählige  Awards, sowohl im Cutting als auch in Halter Klassen. Poco Bueno gehört zu  den Leading Sires von Performance und Halter Pferden. Er begründete eine  eigene Dynastie innerhalb der Quarter Horse Zucht.

Angeritten wurde Poco Tivio  von Willis Bennett. Er arbeitete ihn später auch am Rind bis er überzeugt  war , dass Poco Tivio auch in der Arena bestens bestehen könnte.

Die Waggoners und Bennett  nahmen Poco Tivio und seinen Vater mit nach Paducah, Texas , wo sie die  beiden für einen Team - Cutting Wettbewerb einschrieben. Damit waren die  beiden das erste Vater und Sohn Team im Cutting überhaupt.  Sie  hatten einen so grossen Erfolg, dass auch andere Züchter versuchten,  solche Teams zusammen zu stellen um die Leistung ihrer Hengste auf diese  Weise zu duplizieren, doch kein anderes Vater Sohn Team war jemals wieder  so erfolgreich.

1951 wurde Poco Tivio von  einem californischen Trainer namens Don Dodge, gekauft: Ich kaufte dieses  Pferd weil es gut war und weil es zu der Zeit in Kalifornien kein Pferd  mit einer solchen Abstammung gab. Poco Tivio hatte einen sehr guten  Charakter und er war außerordentlich athletisch. Sein Gebäude war massiger  als das der heutigen modernen Quarter Horses, aber er war sehr umgänglich  und einfach zu trainieren. Unter Don Dodge stand Poco Tivio 1951 und 1952  auf Platz fünf der NCHA Top Ten. Er wurde AQHA Champion und Dodge showte  ihn auch erfolgreich in Reiningprüfungen.

Als Poco Tivios Show  Laufbahn beendet war kaufte ihn Charley Araujo, der mit ihm einige Jahre  züchtete, bevor er ihn 1971 an Floyd und Beverly Boss  verkaufte.

Bis zu seinem Tode im Jahre  1976 war Poco Tivio als Deckhengst aktiv. Nur einige wenige seiner Söhne  sind heute noch im Deckeinsatz, darunter zum Beispiel Mount Tivio und  Driftin Tivio. Insgesamt waren im Jahr 2000 noch 8 Söhne von Poco Tivio  bei der AQHA registriert, Jessie Tivio, einer dieser acht Söhne verstarb  leider am 30. Januar 2001.

Durch seine Enkel und  Urenkel wird uns das enorme Potential eines Poco Tivios hoffentlich noch  sehr lange erhalten bleiben. 

 

Quellen u.a. Bob  Sutherland;The Quarter Horse as I see him

Diane C.Simmons:Legends  Volume 1

Nelson C.Nye : The  complete Book of the Quarter Horse

NFQHA  Journal